Können Qualitätssignale die Nachfrage nach erneuerbaren Energietechnologien steigern?
In einer aktuellen Studie untersucht Professor Dr. Arndt Reichert gemeinsam mit Aidan Coville (Weltbank), Ann-Kristin Reitmann (Universität Rennes) und Joshua Graff Zivin (Universität von Kalifornien, San Diego), ob Informationsprobleme hinsichtlich der Produktqualität zur geringen Zahlungsbereitschaft für Solartechnologie führen können. Der Qualitätsunterschied zwischen hochwertigen und minderwertigen Lampen, die in dem randomisierten Feldexperiment im Senegal eingesetzt wurde, ist durch bloße visuelle Inspektion nicht erkennbar, sodass Haushalte in der Kontrollgruppe keine Präferenz für die eine oder andere Lampe zeigten. Können Qualitätssignale Haushalten helfen, gute von schlechten Produkten zu unterscheiden?
a) Die Zertifizierung und eine zweijährige Garantie erhöhen die Zahlungsbereitschaft für die hochwertige Lampe um 12–14 %.
b) Die Geld-zurück-Garantie hat keinen Einfluss auf die Nachfrage.
c) Überraschenderweise stellt die Studie fest, dass die Zertifizierung und zweijährige Garantie auch die Zahlungsbereitschaft für die minderwertigen Lampen erhöhen, d.h., Qualitätssignale verändern offenbar die Wahrnehmung der gesamten Produktkategorie. Diese kategorischen Effekte konzentrieren sich auf Haushalte, die noch nie zuvor eine Solarlampe besessen haben. Private Anbieter haben nur geringe Anreize, in ein Garantiesystem zu investieren, wenn die dadurch entstehende zusätzliche Nachfrage auch Wettbewerbern zugutekommt.
d) Die Studienergebnisse zeigen darüber hinaus, dass Zertifizierung und zweijährige Garantie nur bei Haushalten, die bereits Erfahrung mit Solarlampen haben zu einer von Akerlof klassisch vorhergesagten Trennung der Nachfragekurven für Produkte unterschiedlicher Qualität führen.
Zum Paper:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304387825000653?via%3Dihub
Zum VoxDev-Blogpost:
https://voxdev.org/topic/energy-environment/can-quality-signalling-boost-demand-solar-technologies